Statistische Auswertung der besten Spieler auf Tichu.One

uhrwerk

Tichuant
Aus eigenem Interesse habe ich die neuen statistischen Parameter von Felix genauer ausgewertet und untersucht, wie stark sich Kartenunterschiede zwischen Spielern über mehrere Hundert bis hin zu mehreren Tausend Partien auswirken. Dafür habe ich die Daten der stärksten Spieler und/oder einiger Freunde mit ausreichend großer Accountbasis analysiert. Die Auswertung umfasst aktuell 37 Accounts (teilweise mehrere Accounts desselben Spielers).

Diese 37 Accounts weisen eine durchschnittliche Gewinnrate von 61,1 % auf und umfassen zwischen 100 und 4.600 gespielte Partien.

Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Die Unterschiede in Glück und Pech bei der Kartenverteilung fallen noch deutlich größer aus, als ich erwartet hätte. Daraus möchte ich allerdings keineswegs ableiten, dass die App die Kartenverteilung manipuliert (auch wenn ich das nach wie vor für möglich halte).
Es wird auf alle Fälle klar, dass sich die tatsächliche individuelle Glücks- oder Pechbilanz nicht anhand einiger Hundert Spiele beurteilen lässt.
Selbst unter Spielern mit mehreren Tausend Partien finden sich noch deutliche Ausreißer: Einige haben trotz großer Stichprobe weiterhin unterdurchschnittliche Kartenwerte (z.B. Zampano, Unconscious, Felix oder Jochen), während andere langfristig deutlich überdurchschnittliche Karten erhalten haben (z.B. Wolverine, Tichu Boktan 24 oder Ace7). Allerdings werden solche Extremwerte mit steigender Spielanzahl seltener.

Irgendwie logisch aber dennoch sau interessant ist, dass die Gruppe mit den durchschnittlichen Karten zugleich die höchste durchschnittliche Spielanzahl aufweist: rund 1.600 Partien. Die Gruppen mit überdurchschnittlich guten bzw. schlechten Karten kommen dagegen lediglich auf durchschnittlich 869 bzw. 827 Spiele.
Daraus lässt sich schließen, dass sich Glück und Pech oftmals erst nach weit über 1.000 Spielen spürbar annähern. Gleichzeitig zeigt die Analyse aber auch, dass man selbst nach fast 4.000 Partien noch messbar benachteiligt oder bevorteilt sein kann (Jochen).

Die „Glückspilze“

16 Teilnehmer, durchschnittlich 869 Spiele, gruppeninterne Gewinnrate: 62 %

Ohne den betroffenen Spielern zu nahe treten zu wollen, fällt auf, dass viele überdurchschnittliche Leistungen durch überdurchschnittlich gute Karten begünstigt wurden. Acht Spieler erreichen eine Gewinnrate oberhalb des Gesamtdurchschnitts aller 37 Accounts aber profitierten gleichzeitig von überdurchschnittlich starken Karten. In meinen Augen ist das "Pflicht erfüllt", mit Ausnahme von Maist und Skoundi, die daraus so viel Kapital geschlagen haben, dass man sie als wirkliche Topspieler erwarten kann.
Die anderen acht Spieler konnten trotz ihres Kartenvorteils keine überdurchschnittliche Gewinnrate erzielen. Das spricht dafür, dass ihre spielerische Leistung innerhalb der 37 Accounts eher unterdurchschnittlich ausfällt (wobei ihr Niveau im Vergleich zum Durchschnittsspieler auf dieser Plattform immer noch um Welten höher sein dürfte:rolleyes:)

Besonders auffällig sind Spieler mit relativen Kartenwerten von über 140 % (Skoundi, Tichujaner und Janiina). Über ihre gesamte Spielhistorie hinweg erhielten sie durchschnittlich über 40 % bessere Karten als der Gruppendurchschnitt. Statistisch betrachtet ist das ein enormer Vorteil und das kotzt mich richtig an!

Die „Normalos“

6 Teilnehmer, durchschnittlich 1.600 Spiele, gruppeninterne Gewinnrate: 60,7 %
Diese Gruppe bewegt sich hinsichtlich Glück und Pech im erwartbaren Bereich. Ihre Kartenwerte liegen nahe am Durchschnitt. Ich habe darein die Accounts zusammengefasst, die sich im Rahmen von maximal +/- 5 % vom Gruppenmittel bewegen.
Auffallend ist, dass aus dieser Gruppe lediglich ein Spieler eine überdurchschnittliche Gesamtleistung im Vergleich zu allen analysierten Accounts erreicht (uhrensohn mit 68 %). Aber Valderama läuft immernoch den ersten verbockten 2000 Spielen hinterher; und Raptorious gehört mit 61 % auf diese Anzahl Spiele definitiv auch zum heißen Eisen auf der Plattform.

Die „Pechvögel“

15 Teilnehmer, durchschnittlich 827 Spiele, gruppeninterne Gewinnrate: 60,3 %
Am spannendsten finde ich die Spieler, die trotz unterdurchschnittlicher Karten eine grün markierte, also überdurchschnittliche, Gewinnrate erreichen konnten. Sie haben sich ihren Erfolg trotz statistischer Nachteile erspielt. Ihr seid nachweislich hervorragende Spieler, vielleicht die besten auf der Plattform und habt überperformt. Wer dazu gehören will, muss es erstmal mit derart viel Pech beweisen.
Also ein Hoch auf euch:
Strategichu
Heywen
Zampano
unconscious
Solaris
Xabi
Uhrwerk



Umgekehrt bedeutet eine fehlende grüne Markierung in dieser Gruppe nicht automatisch, dass ein Spieler nur unterdurchschnittlich stark ist. Schließlich mussten diese Accounts gleichzeitig gegen den Nachteil schwächerer Karten anspielen. Es erscheint daher plausibel, dass einige dieser Spieler mit besseren oder gar überdurchschnittlichen Karten ebenfalls eine klar überdurchschnittliche Gewinnrate erreicht hätten.
 

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